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Das Mittelalter - eine "dunkle" Zeitepoche?

Stadt im Mittelalter
Stadt im Mittelalter

als Mittelalter (lateinisch Me-dia Aetas, Me-dium Aevum) wird in der europäischen Ge-schichte der Zeitraum zwischen Altertum (um 3000-2800 v.Chr.) bis zum Ausgang der griech.-röm. Antike im 4.-6. Jahrhundert) und Neuzeit (von etwa 1500 bis zur Gegenwart) bezeichnet.

Die Vorstellung von einem mittleren Zeitalter zwischen Altertum und Neuzeit entstand im Humanismus (Ende 15./Beginn 16. Jahrhundert), der sich programmatisch am antiken Menschenbild orientierte.

Der neugierige Mensch durchbricht das Lehrgebäude des "finsteren Mittelalters" und entdeckt jenseits des Horizonts, unter Rückgriff auf das Wissen der Antike, eine neue Welt (Humanismus).
Urbi et Orbi

Das Mittelalter wurde als eine sich an die Antike anschließende "dunkle" Zeitepoche ver-standen, geprägt durch den allgemeinen Verfall der lateinischen Sprache und der Bildung inner-halb des katholischen Abendlandes, die nun einer neuen, "hellen" Zeit der Wiedergeburt antiker Gelehrsamkeit (Renaissance) wich.

 

Völkerwanderung

Ein eindeutiger Beginn des Mittelalters lässt sich nicht festlegen; die Spanne entsprechender Datierungen reicht von der Krise des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und der Völkerwanderungszeit (4.-6. Jahrhundert.), in der durch die Begegnung von Antike, Germanentum und Christentum wesentliche Grundlagen der frühmittelalterlichen Gesellschaft entstanden, über den Untergang Westroms (476) bis zur Kaiserkrönung Karls des Großen (800).

"Allah" auf arabisch
"Allah" auf arabisch

Als Einschnitt wird auch das Vordringen des Islams in den Mittelmeerraum ab dem 7. Jahrhundert angesehen.

Im Ergebnis von Völkerwanderung und islamischer Expansion bildete sich bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts das Mächtesystem heraus, in dem Byzanz, das Reich der Kalifen und das aufstrebende Fränkische Reich die dominierenden Faktoren dar-stellten.

Christoph Columbus in der Neuen Welt
Christoph Columbus in der Neuen Welt

 

Später hatten v.a. das Heilige Römische Reich und (seit dem 13.Jahrhundert) Frankreich eine Vormachtstellung im Abendland.

Das Ende des Mittelalters wird v.a. mit dem Beginn des Zeitalters der großen Entdeckungen (1492 Landung von Christoph Kolumbus in Amerika) bzw. mit dem Einsetzen der Reformation (1517), aber auch mit der Entfaltung des Humanismus (Neuhumanismus ab 1750) verbunden.

 

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1 Urbi et orbi = (lateinisch "der Stadt (Rom) und dem Erdkreis (der Welt)"), Formel für den an Festtagen (v. a. Weihnachten und Ostern) vom Balkon der Peterskirche gespendeten päpstlichen Segen. Sie fußt auf dem Weltbild der römischen Antike, das Rom als Inbegriff der Stadt (lateinisch urbs) und Mittelpunkt des Erdkreises (lateinisch orbis) betrachtete.